Dornseifer – Investition, ein Segen für die Gemeinde Wenden

Der Hauptstandort des Unternehmens in Hünsborn wird umgebaut, modernisiert und erweitert. Baubeginn 2018, Kosten ca. 12 Mio. €. Und besonders erfreulich: bis 2020 sollen 30 neue Arbeitsplätze in der Gemeinde geschaffen werden. Die gesamten Maßnahmen werden auf betriebseigenem und angekauftem Gelände durchgeführt.

Diese Computer-Grafik zeigt den geplanten Um- und Neubau an der Siegener Straße in Hünsborn (Quelle: Munschek Process Consulting)

Vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde selbst keinen Quadratmeter Gewerbefläche mehr anbieten kann, und aus Platznot bzw. mangels Erweiterungsmöglichkeit schon zwei florierende Unternehmen aus der Gemeinde abgewandert sind, erscheint die geplante Investition der Firma Dornseifer in Hünsborn wie ein Segen für die Gemeinde Wenden.

„Das tut dem Gewerbestandort Wenden richtig gut“, begrüßte Uli Heinrich in der Bauausschuss-Sitzung am 11. 10. 2017  das Bekenntnis von Peter Dornseifer, einem der beiden Firmenchefs, dem Unternehmen ein „zukunftsfähiges Zuhause in der Gemeinde Wenden zu schaffen“.

Wie wichtig Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen und die von ihnen erbrachte Gewerbesteuer für das Wohl der Gemeinde sind, dürfte allgemein bekannt sein. Umso dringender sind neue Gewerbeflächen in dem neuen Flächennutzungsplan auszuweisen. Das ist aber ein besonderes Kapitel, worüber noch berichtet wird.

Wird in der Gemeinde Wenden am Bedarf vorbei gebaut?

 

Das behauptet jedenfalls eine Studie der Deutschen Wirtschaft, die den Baubedarf in der Gemeinde Wenden mit 110% als überfüllt ansieht (WR 20. 06. 2017). Dass dem nicht so ist, belegen schlüssig die Bewerberzahlen um ein gemeindliches Baugrundstück. Allein für das in der Planung befindliche Neubaugebiet „Obstwiese“ an der Bergstraße in Wenden liegen um die 30 Bewerbungen vor, im gesamten Gemeindegebiet dürfte es über 70 Interessenten sein, die ein Baugrundstück aus Gemeindeeigentum suchen.

Vorgesehene Baugrundstücke im Bebauungsplan „Obstwiese“. Auf den Parzellen 11, 12, 13 und 14, jeweils rund 1000 m² groß, ist je ein Mehrfamilienhaus mit bis zu vier Wohneinheiten vorgesehen.

Es wird also höchste Zeit, dass neue Baugebiete erschlossen werden, damit die potenziellen Bauherren ihren Wunsch nach dem eigenen „Häuschen“ möglichst schnell erfüllen können. Man will verständlicherweise die  (sehr) niedrigen Zinsen  nutzen. Die sich trotz steigender Baukosten günstig auf die Gesamtkosten auswirken. Auch wenn die Baukosten steigen, wirken sich die niedrigen Zinsen günstig auf die Gesamtkosten aus.

Aber ein bisschen Geduld müssen die Bauwilligen schon haben. Der  in Arbeit befindliche Flächennutzungsplan, in dem neue Wohnbaugebiete ausgewiesen werden, wird voraussichtlich nicht vor  Mitte 2018 rechtskräftig sein.

 

Nur als Kirmes-Imbissbuden-Stand zu schade

Die gemeindeeigene Freifläche an der Ecke Hünsborner Straße/Hauptstraße (siehe Foto) liegt das ganze Jahr über brach. Dieses „Filetstück“ (so die WP/WR) wird bislang nur an den drei Kirmestagen für die Imbiss-/Getränkestände der Fa. Dornseifer genutzt. Das soll nach dem „20 Punkte-Plan“ der örtlichen Gemeinderatsmitglieder zur Verschönerung des Zentralortes Wenden geändert werden. Ihr Antrag an den Bürgermeister, den Platz für die Öffentlichkeit herzurichten, unter anderem durch Aufstellen von Spielgeräten und Sitzgelegenheiten, wurde vom Bauausschuss am 21. Juni 2017 beschlossen. Über das „Wie“ der Gestaltung wird noch in Abstimmung mit der Fa. Dornseifer zu reden sein. Die soll keinesfalls „verjagt“ werden, sondern als Kooperationspartner beteiligt werden. Sozusagen als „Platzpate“, wie es Uli Heinrich im Bauausschuss vorschlug.

Der „Wendener 20 Punkte – Plan“

Im Juli 2016 stellten die Wendener Ratsmitglieder Bernd Arns, Wolfgang Solbach, Thorsten Scheen, Sibille Niklas und Uli Heinrich (der den Anstoß dazu gab) 20 Vorschläge zur Verschönerung  und städtebaulichen Fortentwicklung ihres Heimatortes zusammen.   Diese „politischen Repräsentanten“ des Ortes sehen eine ihrer  politischen Aufgaben darin, die Attraktivität des Zentralortes Wenden für Bewohner, Einzelhandel, Gewerbe und Besucher zu verbessern (ohne die Belange anderer Ortschaften zu vernachlässigen!).

Die in Wenden an der Ecke Hauptstr./Hünsborner Str. liegende Freifläche steht im Eigentum der Gemeinde. Die ungepflegte Wiese soll für die Nutzung durch die Bevölkerung sinnvoll gestaltet werden.

Das gilt in besonderem Maße entlang der Hauptstraße, die als „Schaufenster“ das Ortsbild besonders auffallend prägt. Eine aufwertende städtebauliche bzw. architektonische Gestaltung wäre wünschenswert, zumindest sollte mit Verschönerungsmaßnahmen  angefangen werden (auch auf Privatgrundstücken).

Unter anderem werden bauliche, verkehrliche und „optische“ Verbesserungen angesprochen sowie die Gestaltung des öffentlichen Raums, einschließlich die Weiterentwicklung des  Wendebachtales. Inwieweit die „Alte Mühle“ von der Gemeinde erworben und umgestaltet werden könnte, was aus Sicht der Wendener Ratsmitglieder wünschenswert wäre, bedarf noch näherer Prüfung.

Mit dem Bürgermeister  und  der  (Bau-)Verwaltung ist die Vorschlagsliste besprochen und abgestimmt worden (Machbarkeitsprüfung). Einzelne Maßnahmen sollen, sofern erforderlich nach einem Beschluss durch politische Gremien, nach und nach praktisch umgesetzt werden. So befasst sich der Bau- und Planungsausschuss am 10. Mai 2017 erstmals damit.

Die Initiative der örtlichen Ratsmitglieder zeigt, es müssen nicht extra  „teure“ Gutachter beauftragt oder Studien einer Uni eingeholt werden, um zu sehen, was „vor unserer Haustür“ gut oder schlecht bzw. erhaltenswert oder veränderbar ist!