30 km/h Tempo-Limit auf der Bergstraße abgelehnt

Im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes „Bergstraße/Obstwiese“ in Wenden hatte die Gemeinde auf der Bergstraße vom 15. – 22. März 2017 mit Verkehrszählgeräten die Anzahl der Fahrzeuge und deren Geschwindigkeit gemessen.

In dem Zeitraum passierten im Durchschnitt 2660 Kraftfahrzeuge täglich die Messstelle,  etwa je zur Hälfte ortseinwärts und ortsauswärts. Der PKW-Anteil überwiegte deutlich mit  fast 88 Prozent.

Gleichzeitig  wurde zahlreiche  Überschreitungen der zulässigen innerörtlichen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h festgestellt, und zwar ortsauswärts (bergauf) von 45 Prozent und ortseinwärts (bergab) von 35 Prozent der Kraftfahrer. Sogar Raser mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h wurden gemessen. Die Verstöße können (leider) nicht geahndet werden, weil die verwendeten Messgeräte dafür nicht geeignet sind.

In Anbetracht der Messergebnisse regte UWG-Ausschussmitglied Uli Heinrich in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am  21. Juni 2017 (wiederholend in der Ratssitzung am 28. März 2017) an, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Bergstraße auf 30 km/h zu beschränken.

Die Verkehrskommission (beteiligt unter anderem der Kreis Olpe und die Kreispolizeibehörde), der der Vorschlag von der Gemeindeverwaltung vorgelegt worden war, sah jedoch für die Anordnung einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h keine Notwendigkeit. Auszug aus der Begründung:

  • Die auf der Bergstraße ermittelten Geschwindigkeitsüberschreitungen lägen noch im Rahmen vergleichbarer innerörtlicher Vorfahrtstraßen.
  • Bei der Bewertung sei nicht die von einigen Rasern erzielten Höchstgeschwindigkeiten maßgeblich. Ein geringer Prozentsatz an Rasern werde in jeder Straße festgestellt und habe nicht zwingend Einfluss auf Maßnahmen zur Geschwindigkeitssenkung.
  • Nach Auskunft der Polizei sei die Bergstraße auch nicht unfallbelastet. So hätten sich im letzten Jahr ledig zwei Unfälle (davon einer mit einem Leichtverletzten) ereignet, bei denen keine zu hohe Geschwindigkeit ursächlich gewesen sei.

Die Straßenverkehrsbehörde will aber prüfen, ob in Höhe „Haus-Lebenshilfe“  eine Radar-Messstelle eingerichtet werden kann.