Wie groß ist die Wohnungsnot in der Gemeinde Wenden?

„Es gibt viel zu wenige bezahlbare Wohnungen in der Gemeinde“,  klagte Bürgermeister Clemens in der WP/WR am 08. Oktober 2010. Auch die SPD-Ratsfraktion fordert mehr „bezahlbare Wohnungen“  und den Bau von Mehrfamilienhäusern (WP/WR 20. Oktober 2016).

Allerdings kann weder der Bürgermeister noch die SPD-Ratsfraktion einigermaßen verlässliche Zahlen über die Nachfrage nach (bezahlbaren) Wohnungen vorlegen.

Selbstverständlich wird hin und wieder auch eine Wohnung in der Gemeinde Wenden gesucht. Jedoch scheint die Nachfrage eher gering zu sein, so zumindest das Ergebnis einer Auswertung  des Wohnungs-/Mietmarktes in einer Zeitung  über ein dreimonatigen Zeitraum:

  • Angeboten wurden 98 Wohnungen
  • Nachgesucht wurden
    • direkt in Wenden 9  Wohnungen (unterschiedlicher Größe)
    • im Raum Wenden/Drolshagen/Olpe 26 Wohnungen

 Auch  wenn diese Zahlen nicht „amtlich“ sind, und womöglich nicht die gesamte Wohnungsnachfrage (Mietgesuche)  widerspiegeln, lassen sie jedenfalls folgenden Rückschluss zu:

  • Angesichts dessen, dass dreimal mehr Wohnungen angeboten als nachgefragt wurden, kann gestützt auf diese Zahlen von einem Mangel an bezahlbaren Wohnungen nicht die Rede sein.
  • Die Notwendigkeit, Mehrfamilienhäuser zu bauen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, lässt sich allein anhand dieser  Auswertung  nicht stichhaltig belegen.
  • Der mittlere Mietpreis bei den Angeboten lag um die 5.40 €/m² -ist also „bezahlbar“ und liegt am unteren Ende im Kreis Olpe.  Viel niedrigere („soziale“) Mieten  werden auch in von der Gemeinde geplanten Mehrfamilienhäusern kaum zu erreichen sein.

Eigenheimbau schafft freie Wohnungen

Die durch die Gemeinde erfolgreich praktizierte Eigenheim-Förderung, indem vor allem junge Familien vergleichsweise  preisgünstige Grundstücke zum Eigenheimbau erwerben konnten,  entlastete im Nebeneffekt den Wohnungsmarkt. Denn der Einzug ins neue Haus macht prinzipiell eine Wohnung frei!

Info: Hauptsächlich In den Neubaugebieten in Wenden, Hünsborn, Ottfingen, Gerlingen und Altenhof sind in den letzten Jahren schätzungsweise  300 Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut und bezogen worden. Dieser Bauboom wird sich  nebenbei günstig auf den Wohnungsmarkt ausgewirkt haben, indem Wohnungen für Kauf oder Anmietung frei geworden sind.Und der Wunsch nach dem eigenen Haus scheint ungebrochen zu sein. Derzeit liegen über 60 Bewerbungen für ein gemeindliches Baugrundstück vor, davon über 30 für Wenden. Leider fehlen derzeit genügend baureife gemeindliche Grundstücke, um die hohe Nachfrage befriedigen zu können.

UWG mahnt eine Wohnraumbedarfserhebung an!

Bis Herbst 2015 war die Planung oder der Bau von Mehrfamilienhäusern durch die Gemeinde Wenden absolut kein Thema. Man sah  dafür keine Notwendigkeit. Erst seit seiner Haushaltsrede im November 2015, in der der Bürgermeister das – mittlerweile am Desinteresse der Baubranche gescheiterte – „Bündnis für Wohnen“ vorgestellt hat, um  mehr  Wohnraum zu schaffen, sind Mehrfamilienhäuser in der Planung.

Gemeint sind  preisgünstige (Sozial-)Wohnungen, an denen in es der Gemeinde fehlen soll. „Es gibt viel zu wenig bezahlbare Wohnungen“, so Bürgermeister Clemens in der WP/WR am 08. 10. 2016. Auch die SPD-Fraktion fordert „mehr bezahlbare Wohnungen“ (WR/WP am 20. 10. 2016).

Allerdings liegen über den  Wohnungsbedarf bislang keine  Zahlen vor. Weder der Bürgermeister (die Verwaltung) noch die SPD-Fraktion scheinen in der Lage zu sein, die Nachfrage nach Wohnungen (Mietgesuche)  näherungsweise zu beziffern.

Hinweis: Derzeit sind im Rathaus über 60 Bewerber um ein gemeindliches Baugrundstück namentlich registriert.  In gleicher Weise könnten sich auch Suchende nach einer (bezahlbaren) Wohnung erfassen lassen!

UWG-Fraktion hat dazu in der Ratssitzung am 15. Juni 2016 eine längst überfällige Wohnungsbedarfsanalyse angemahnt. Auf deren Grundlage sollte über den Bau von Mehrfamilienhäusern entschieden werden. Bürgermeister Clemens hat dementsprechende Erhebungen zugesagt; es dauere aber eine Weile. Es ist dazu keine wissenschaftliche Untersuchung durch eine Uni erforderlich.

Es reicht doch für einen Überblick aus, in der lokalen Presse, im Blickpunkt und auf der Homepage der Gemeinde Wenden mitzuteilen, dass die Gemeinde  den Bau von (Miet-)Wohnungen in Mehrfamilienhäusern plant. Interessierte Wohnungssuchende können sich bei Verwaltung melden!

Siehe dazu weiter „Wie groß ist die Wohnungsnot in der Gemeinde Wenden?

UWG für Beitritt zum Tourismusverband Lister-/Biggesee

Durch Beschluss des Gemeinderates ist die Gemeinde dem Tourismusverband „Lister-/Biggesee“ beigetreten. Wenden ist zwar kein direkter Anrainer von Lister- oder Biggesee, gleichwohl ist die Gemeinde mit dem Biggesee insoweit verknüpft, als dass die Bigge, ohne die es den Biggesee gar nicht geben würde, im Wendschen entspringt – und hier wohl ihren längsten Flusslauf hat.

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Uriger Verlauf der Bigge nahe Wendenerhütte. Wegen langer Trockenperiode führt der Fluss relativ wenig Wasser

Die Bigge als verbindendes Element zwischen dem „Wendschen“ und dem Biggesee!

Erst vor diesem Hintergrund macht die Mitgliedschaft im Tourismusverband „Lister-/Biggesee“ erst richtig Sinn und kann zu Vorteilen im Tourismus und Fremdenverkehr führen, eigene Aktivitäten und werbewirksames Marketing (Gemeinde Wenden als Marke!) vorausgesetzt. Sonst werden wohl kaum nennenswerte Synergieeffekte eintreten – und Wenden bloß zahlendes Mitglied im Verband sein.

Damit genau das nicht eintritt, hat die UWG-Ratsfraktion ein LEADER-Projektvorschlag eingereicht, den Biggefluss ab Quelle als Natur- und Erlebnisraum in einem interaktiven „Wasserthemenweg“ darzustellen.

Veröffentlicht unter LEADER