„DIGO“ und der neue Schulentwicklungsplan

Ottfinger Schule Schild 003DIGO ist nicht etwa der Name eines brasilianischen Fußballstars, sondern das Kürzel der „Dorf-Initiative Grundschule Ottfingen“. Dieser neugegründete Verein setzt sich sehr engagiert für den Erhalt der Grundschule Ottfingen (Altbauteil Foto unten) ein, die, ebenso wie die Schule in Rothemühle, Teilstandort im Grundschulverbund Wendener Land mit der Stammschule in Wenden ist.
DIGO kritisiert scharf die „Projektgruppe Bildung und Region“ (biregio) aus Bonn, die, wie in den Vorjahren, den neuen Schulentwicklungsplan für die Gemeinde Wenden erstellt und vorgestellt hat. Die darin entwickelten Lösungsvorschläge für die zukünftige Grundschullandschaft seien fast ausnahmslos zum Nachteil von Ottfingen formuliert, so der Hauptvorwurf.

Laut Schulentwwicklungsplan stehen für die Eingangsklasse („i-Männchen“) bis 2020/21 im Mittel 15 Schüler aus Ottfingen zur Verfügung, entsprechend 0,7 Klasse. Der Teilstandort werde demnach deutlich unter dem Klassenreferenzwert von 23 Schülern bleiben. Daraus folge, Ottfingen komme im Mittel der nächsten sechs Jahre  auf insgesamt 60 Schüler. Tiefpunkt werde in Ottfingen das Schuljahr 2018/19 mit gerade noch 50 Kindern sein, so das Fazit von biregio.

Angesicht dieser Zahlen hat DIGO  eigene Überlegungen in einem Bürgerantrag an den Bürgermeister und Gemeinderat vorgestellt, in dem insbesondere gefordert wird, den jetzigen Dreier-Verbund Wenden-Ottfingen-Rothemühle aufzulösen und zwei neue Verbünde einzurichten, nämlich Gerlingen mit Rothemühle und Wenden mit Ottfingen.
Ottfinger Schule 001Dazu kurz die Standpunkte und Vorgehensweise der UWG-Fraktion im Gemeinderat Wenden:
1. Wir stehen nicht in Konfrontation zu DIGO.
2. Wir werden uns konstruktiv mit dem DIGO-Antrag auseinandersetzen.
3. Wir halten es für sachlich geboten, den DIGO-Antrag nicht separat zu behandeln, sondern im Kontext mit dem Schulentwicklungsplan, um eine ganzheitliche Lösung für die Gemeinde zu entwerfen.
4. Selbstverständlich werden auch wir den Schulentwicklungsplan kritisch beleuchten und dazu eigene Vorstellungen erarbeiten.
5. Unser Ziel ist es, in der „Schulausschusssitzung“ am 29. 9. (und Ratssitzung am 30. 09.) ein zumindest für die nächsten fünf Jahre tragfähiges Grundschul-Konzept für die gesamte Gemeinde vorzustellen.
6. Dabei stehen für uns die Kinder im Mittepunkt.
7. Unser Schulstandortkonzept soll bestmögliches Lehren und Lernen gerade im Grundschulbereich fördern. Das setzt  einen gut organisierbaren und leistungsfähigen Schulbetrieb mit einem effizienten Einsatz des Lehrpersonals voraus. Daran arbeiten wir!

 

 

Warum ist die Bürgermeisterwahl so wichtig?

Rathaus WendenAm Sonntag, dem 13. September 2015, wird bekanntlich auch in der Gemeinde Wenden ein neuer Bürgermeister gewählt. Zur Wahl stellen sich Bernd Clemens (CDU), Jutta Hecken-Defeld (SPD) und unser UWG-Kandidat Thorsten Scheen. Gehen Sie zur Wahl!Nehmen Sie so eine Mitwirkungsmöglichkeit bei der Gestaltung Ihrer Heimatgemeinde Wenden wahr.

Die Bürgermeisterwahl ist hauptsächlich deswegen so wichtig:
• Der Bürgermeister nimmt als Repräsentant aller Bürgerinnen und Bürger eine kommunale Führungsrolle ein und ist neben dem Gemeinderat das zweitwichtigste politische Organ in der Gemeinde.
• Gleichzeitig ist der Bürgermeister Leiter der Gemeindeverwaltung, praktisch der „Chef im Rathaus“.
• Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Gemeinderates, in dem er Stimmrecht hat, zu den Sitzungen mit Tagesordnung einlädt und die Sitzung leitet. Die Beschlüsse des Gemeinderates, sozusagen das kommunale Parlament, führt er aus.
• Diese Doppelfunktion als Leiter der Verwaltung und Gemeinderatsvorsitzender verleiht ihm eine herausgehobene und sehr starke Position in der Gemeinde.
• Diese vertritt er auch nach außen in der Öffentlichkeit.
Stimmen Sie ab, wer das Funktionieren einer bürgernahen und effizienten Verwaltung gewährleisten und gleichzeitig die überparteiliche politische Führungskraft in der Gemeinde Wenden verkörpern soll!

 

 

Einladung zur öffentlichen UWG-Fraktionssitzung

Die 11. Sitzung der UWG-Ratsfraktion findet am Dienstag, dem 25. August 2015 um 18.00 Uhr im UWG-Fraktionszimmer im Rathaus in Wenden statt. Schwerpunkt wird die Auswertung des neuen Schulentwicklungsplans sein, der verschiedene Alternativen zur zukünftigen Organisation und zu möglichen Standorten der Grundschulen in der Gemeinde Wenden anbietet. Die Fraktion wird dazu ihren Standpunkt für die anstehenden Sitzungen des „Schulausschusses“ und des Gemeinderates festlegen. Auch interessierte Nichtmitglieder sind im öffentlichen Teil herzlich eingeladen! Diskutieren Sie mit uns! Bringen Sie ihre Meinung ein!

Interview unseres BM-Kandidaten Thorsten Scheen in der WR/WP

Mit ungetrübtem Blick Schwachstellen finden
Nach Bernd Clemens (CDU) und Jutta Hecken-Defeld (SPD) nominierte auch die UWG Wenden mit Thorsten Scheen einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten. Wir sprachen mit dem 41-Jährigen.

Warum sollten die Wähler Ihnen am 13. September ihre Stimme geben?
Thorsten Scheen: Gerade das derzeitige öffentliche Parteiengezänk zum Thema „Lärmschutzwall“ zeigt deutlich, was in der politischen Landschaft größtenteils wirklich los ist. Den großen Parteien geht es primär darum, sich selbst mit Lobeshymnen zu besingen und auf jeden zu zeigen, der sich angeblich mit fremden Lorbeeren schmückt. Ich denke, davon möchte keiner der Wählerinnen und Wähler mehr etwas hören oder sehen. Dem Bürger geht es doch nur um die Sache und darum, das Bestmögliche für die Gemeinde und ihre Einwohner zu erreichen. Als unabhängiger Kandidat stehe ich genau für eine solche Politik: Sachlich, transparent, fair und (vor allem) ehrlich.
Sie haben keine Erfahrung in der Verwaltung einer Kommune. Wie wollen Sie dann den Chefposten im Wendener Rathaus übernehmen?
Auch wenn sie formal nicht vorgeschrieben ist, halte ich Verwaltungskompetenz für Bürgermeisterkandidaten als zwingend erforderlich. Als Diplom-Verwaltungswirt habe ich mir eben diese Kompetenz im Rahmen meines Studiums an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Hagen angeeignet. Dieses Studium beinhaltete auch die Bereiche „Staats- und Verfassungsrecht“, sowie „Allgemeines Verwaltungsrecht“ und „Führungslehre“. Des Weiteren habe ich entsprechende Führungserfahrungen im öffentlichen Dienst, namentlich der Polizei als Teil der Landesverwaltung, vorzuweisen. Auch wenn ich an dieser Stelle eigentlich das Wort „Betriebsblindheit“ nicht so gerne verwende, glaube ich doch, dass ein ungetrübter und unbelasteter Blick auf die Vorgänge innerhalb der Verwaltung von Vorteil ist und Schwachstellen schneller erkannt werden können.

Was ändert sich im Rathaus mit einem Bürgermeister Thorsten Scheen? Wie wäre Ihr Führungsstil?
Vor dem Hintergrund der zukünftigen Herausforderungen ist die Erarbeitung eines tragfähigen Personalentwicklungskonzeptes voranzutreiben. Zusammen mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gilt es, eine moderne und nach vorne orientierte, leistungsfähige sowie dem Bürger nahestehende Verwaltung weiter auszubauen. Ein weitestgehend kooperativer Führungsstil ist mein Ziel. Letztlich fällt jedoch die Verantwortung für alles Verwaltungshandeln auch wieder auf den Bürgermeister zurück. Daher muss dieser auch die Richtung vorgeben und Entscheidungsprozesse herbeiführen.
Was steht bei Ihnen ganz oben auf der Agenda? Was müsste kurzfristig geändert werden?
Zu irgendeinem Zeitpunkt in den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Weg der Gemeinde geändert. Fort von einer eher land- und forstwirtschaftlich geprägten Kommune – hin zu einem attraktiven Gewerbe- und Industriestandort. Dies hat der gemeindlichen Entwicklung und dem Wohlstand sehr gut getan. Leider stagniert diese Entwicklung derzeit. Es stehen keine adäquaten Gewerbeflächen für Firmenerweiterungen oder Neuansiedlungen mehr zur Verfügung. Teilweise verlassen attraktive Arbeitgeber, bzw. Firmen bereits die Gemeinde aus eben diesem Grund. Und vor allem der Stillstand bei der Planung des interkommunalen Gewerbegebietes „Landhecke“ ist nicht weiter hinzunehmen. Daher gilt es, schnellstmöglich Klarheit bezüglich der weiteren Entwicklung der „Landhecke“ herbeizuführen. In Abstimmung mit Kreuztal muss ergebnisoffen darüber entschieden werden, ob die Planungen weitergeführt werden, um gegebenenfalls auch nach Alternativen suchen zu können. Hier muss deutlich auf das Gaspedal gedrückt werden. Die Entwicklung neuer Gewerbeflächen sehe ich daher als wichtigstes Nahziel an. So können Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region geschaffen (bzw. erhalten) und der Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger gesichert werden. Die Gemeinde Wenden hat viele schöne Plätze – benötigt werden Arbeitsplätze!
Wenden steht finanziell gut da. Worin sollte in den nächsten Jahren investiert werden?
Im Vergleich mit anderen Kommunen steht die Gemeinde Wenden sicherlich auf einem guten Fundament. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Seit Jahren bedient sich die Gemeinde der Rücklagen, um einen Ausgleich des Haushaltes herbeizuführen. Dies geht aber nur so lange gut, wie es noch Rücklagen gibt. Daher gilt es, Investitionen weitsichtig und mit Augenmaß zu tätigen. In allererster Linie denke ich da an den Erhalt der Infrastruktur. Investitionen in unsere Schulen und Straßen sind da vorrangig. Ich denke, die finanziellen Erfordernisse der Zukunft lassen uns keine großen Spielräume. Eine verantwortungsvolle Finanzpolitik sollte immer auch die Entwicklung der Abgaben- und Beitragssätze im Blick haben. Schließlich merkt jeder Steuerzahler sofort, wenn er weniger Geld in seiner Haushaltskasse zur Verfügung hat. Das vergleichsweise niedrige Abgabenniveau gilt es zu halten.

Der demografische Wandel wird eine Herausforderung. Wie wollen Sie das für Wenden in den Griff bekommen?
Die Gemeinde Wenden läuft derzeit erfreulicherweise an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung ein wenig vorbei und der demographische Wandel zeigt aktuell nur wenige Baustellen auf. Jedoch wird der Wandel auch in Wenden zukünftig spürbar werden. Vor allem bereitet mir da die Altersstruktur in der Ärzteschaft Kopfzerbrechen. Irgendwann wird hier eine Ärztemangel bestehen, wenn nicht wirksam gegengesteuert wird. Daher ist es erforderlich, mit allen Beteiligten nach Lösungsansätzen zu suchen und neue, junge Mediziner in die Gemeinde zu holen. Des Weiteren zeigt der demografische Wandel bereits in der Schullandschaft erste Auswirkungen. Die Schülerzahlen sind rückläufig und Entscheidungen über den Erhalt oder die Schließung von Schulen sind auf der Grundlage verlässlicher Zahlen zu treffen, wenn sie erforderlich sind.

Wie ist ihre Meinung zum Standort-Streit im Grundschulverbund Wendener Land?
Die Diskussion um den Erhalt oder die Schließung von Schulstandorten weckt verständlicherweise Emotionen. Nur haben wir bislang noch gar nicht über dieses Thema gesprochen. Vielmehr hat man sich in der politischen Debatte der jüngsten Vergangenheit mit der Einrichtung eines Ganztagsangebotes in Ottfingen und der Verteilung der Eingangsklassen im Grundschulverbund Wendener Land auseinandergesetzt. Offenbar wurde hier vor allem von lokalen Politikern eine Stimmung erzeugt, die mit der eigentlichen Problematik nichts zu tun hatte. Leider ist auf diesem Wege auch die Sachlichkeit in einigen Momenten verloren gegangen. Bis heute ist mir schleierhaft, wie man sinkende Immobilienwerte oder Kulturverlust als Begründung heranziehen kann. Ich sehe in unserer Gemeinde viele Orte ohne Schulstandort, in denen die Kulturlandschaft ebenso blüht wie andernorts. Und auch auf die Immobilienwerte in Ortschaften wie Schönau, Elben, Altenhof oder Hillmicke hat das Nichtvorhandensein einer Schule keinerlei sichtbare Auswirkungen.

Können Sie die Proteste aus Ottfingen dennoch verstehen?
Als Vater dreier Töchter kann ich die Proteste der Ottfinger Eltern durchaus nachvollziehen. Schließlich möchten die Eltern verbindlich und frühzeitig wissen, wo und wie ihre Kinder beschult werden. Dieser Schwebezustand war nicht schön, aber leider der dramatischen Entwicklung der Schülerzahlen geschuldet. Die Bildung unserer Kinder ist ein sehr hohes Gut. Alle Politiker sollten bemüht sein, das „Kirchturmdenken“ abzulegen und die besten Voraussetzungen für unsere Kinder im Blick zu haben. Es sollte eine sachliche Diskussion geführt werden, von der persönliche Anfeindungen und Befindlichkeiten ferngehalten werden müssen. Nur auf der Grundlage verlässlicher Zahlen sind Entscheidungen zu treffen. Der neue Schulentwicklungsplan ist in dieser Hinsicht ein geeignetes Instrument.
Roland Vossel, WR 06. 08. 2015